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Die Rinderherde

Nach jahrelangen Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, die Milchkuhhaltung aufzugeben, da sie wegen der überwiegend konventionellen Vermarktung der Milch für uns finanziell nicht mehr tragbar war. Eine Bio-Molkerei existiert im erreichbaren Umkreis leider nicht und das Verkäsen der Milch wäre ohne zusätzliche Arbeitskräfte nicht möglich gewesen. Da die Kuh das Herz für einen biologisch dynamisch wirtschaftenden Betrieb ist, weil sie neben Milch und Fleisch auch den wirtschaftseigenen Dünger liefert, der den Ackerbau im Biolandbau ohne Einsatz von Kunstdünger möglich macht, ist jedoch schon
lange klar, dass die Kühe nicht abgeschafft werden. Deshalb ist eine Mutterkuhherde entstanden (siehe unten). Durch den Wegfall des zeitaufwändigen Melkens, bleibt uns mehr Zeit, um uns den anderen Betriebszweigen und deren Ausbau und Optimierung zu widmen.
Die Mutterkühe
In den letzten Jahren ist langsam aus der Herde der Milchkühe heraus eine kleine Mutterkuhherde durch Zukreuzen einer vom Aussterben bedrohten Fleischrasse (Pustertaler Schecken) entstanden, die bis zum April 2013 10 Mutterkühe, deren Nachzucht und einen reinrassigen Pustertaler-Bullen (Ivan) umfasste. Nachdem nun, wie oben erwähnt, die Entscheidung gefallen war, die Milchkühe endgültig abzuschaffen, ergab sich für uns die Möglichkeit von einem bereits bekannten Bioland-Kollegen in Oberschwaben dessen reinrassige Mutterkuhherde zu übernehmen.
Somit haben wir aktuell (April 2013) 20 Mutterkühe und deren Nachzucht. In den nächsten Jahren soll die Herde je nach Vermarktungsrichtung auf 30-40 Kühe anwachsen. Die Rasse, die wir für die Mutterkuhhaltung nutzen, kommt ursprünglich aus dem Pustertal in Südtirol und trägt daher auch den Namen "Pustertaler Schecken". Sie zeichnet sich dem Menschen gegenüber durch eine extreme Gutmütigkeit aus, was uns den Umgang mit ihnen, gerade in der Zeit mit Kälbern, sehr erleichtert. Des Weiteren haben sie eine gute Milchleistung, was dem Kalb in seiner Entwicklung sehr zu Gute kommt. Und auch die Fleischqualität ist ganz hervorragend. Die Rasse gibt es sowohl braun-weiß-gescheckt, wie auch schwarz-weiß-gescheckt, typisch ist der weiße Streifen auf dem Rücken. Durch den Zukauf der Mutterkuhherde sind die schwarz-weißen Tiere aktuell in der Überzahl. Dies wollen wir jedoch durch das Züchten von reinrassigen Tieren in ein ausgeglichenes Verhältnis bringen. Dem natürlichen jahreszeitlichen Ablauf angepasst bekommen die meisten Kühe im Frühjahr, wenn das Wachstum der Vegetation beginn, ihre Kälber. Bis zum Spätherbst ziehen die Kühe nun mit ihren Kälbern über die Wiesen des Hofes, bevor die Kälber zum Winter hin von ihren Müttern getrennt werden. Es gibt jedoch auch eine kleiner Herde, die im Spätsommer abkalbt. Dies begründet sich zum einen dadurch, dass die Tiere für die eigene Nachzucht nicht zu früh (mit 2 Jahren) oder zu spät (mit 3 Jahren) abkalben sollen und sie damit automatisch in die andere Gruppe rutschen. Zum anderen ist es wichtig aus arbeitstechnischen Gründen eine kompakte Blockabkalbung zu haben. Sollte das nicht klappen, weil ein Tier z.B. nicht rechtzeitig tragend wird, bekommt das Tier eine weitere Chance in der zweiten Gruppe und muss nicht gleich geschlachtet werden, weil es "aus der Reihe tanzt".
Uns ist es wichtig, dass solche vom Aussterben bedrohte Rassen weiterhin gehalten werden. Unser Ziel ist es nicht eine hochgezüchtete "Allerwelts-Rasse" zu halten (ob Milch oder Fleisch), sondern eine Rasse, die mit den hiesigen Verhältnissen und dem Futter so zurechtkommt, dass ein Einsatz von Kraftfutter überflüssig ist und diese sich natürlich entwickeln können. Dabei ist unser oberstes Ziel die Tiergesundheit, die wir über entsprechende Haltung und Fütterung versuchen aufrechtzuerhalten. Wir möchten das Fleisch direkt über den Hofladen, ggf. auch über Märkte und Restaurants vermarkten. Tiere, die darüber nicht vermarktet werden können, finden anderen Absatz über Bio-Schlachthöfe.

Die Kälber
Es werden nur die weiblichen Tiere zur Nachzucht aufgezogen deren Mütter bzw. Großmütter über hohe Robustheit, Gesundheit, Gutmütigkeit und Langlebigkeit verfügen. Die Kälber, die nach dem Absetzen nicht weiter aufgezogen oder geschlachtet werden, werden an andere Bio-Mast-Betriebe verkauft. Ziel ist es, dass eine Kuh mindestens 10 Kälber im Leben bekommt. Die ersten 7-8 Lebensmonate dürfen die Kälber hier auf dem Neuhof bei ihren Müttern verbringen, bevor sie dann wegen der beginnenden Geschlechtsreife von ihren Müttern getrennt werden müssen.
Der Stall, in dem die Kühe gehalten werden, ist ein Laufstall mit eingestreuten Liegeflächen. Zusätzlich steht ihnen ein nicht überdachter Auslauf zur Verfügung, den die Tiere auch im Winter bei den schlechtesten Witterungsbedingungen gerne nutzen. Der Auslauf ist so groß angelegt, dass die Kühe auch mit Hörnern genug Platz haben, um sich frei bewegen zu können und somit Verletzungen durch Hornstöße nur äußerst selten vorkommen. Außerdem brauchen Kühe ihre Hörner, sie sind nicht nur schön sondern haben eine wichtige Aufgabe bei der Verdauung und dem Stoffwechsel zu erfüllen.
Da das Treiben der Kühe alleine relativ schwierig ist, war uns dabei unser Border Collie . "Lucky" bis Juni 2016 täglich behilflich. Leider ist er im Juni 2016 sehr plötzlich verstorben. Sein "Nachfolger", Pelle, muss nun intensiver eingearbeitet werden. Im Sommer werden die Kühe mit Gras von der Weide und mit Klee und Luzerne vom Acker gefüttert. Im Winter erhalten sie Wiesenheu und Kleegrassilage. Weitere Informationen zum Grünland und zur Herstellung von Heu und Grassilage hier hier.

Die Schweine

Jährlich werden auf dem Neuhof ca. 45 Schweine gemästet. Das anfallende Fleisch wird im Hofladen verkauft und an andere Bio- bzw. Demeterschlachtereien vermarktet. Es ist sehr zeitaufwendig eine Muttersau zu halten, deshalb kaufen wir die Ferkel von einem anderen Biobetrieb zu, nachdem sie von ihrer Mutter nach ca. 42 Tagen getrennt wurden. Schweine sind sehr neugierige Tiere, an allem und jedem müssen sie herumspielen bis es kaputt ist oder etwas anderes interessanter ist. Gleichzeitig sind Schweine aber auch sehr gemütliche und saubere Tiere. Sie schlafen sehr viel, dazu legen sie sich eng aneinander in eine Ecke, die sie sich als ihren Schlafplatz ausgesucht haben. Ein anderer Bereich des Stalles (optimaler Weise der Auslauf) dient als Klo. Ist es im Sommer sehr warm, benötigen die Schweine eine Abkühlung. Dies passiert in der freien Wildbahn über eine so genannte Suhle (Schlamm und Wasser), in der sie sich ausgiebig wälzen. Schlamm und Wasser schützt die feine und sensible Haut der Tiere vor direkten Sonnenstrahlen und Insekten, die im Sommer eine lästige Plage sind. Hier bekommen die Schweine im Sommer, wenn es warm ist, ab und zu von uns eine Dusche.
Leider ist dieses Gebiet hier durch den starken Wildschweinbesatz gefährdet für Schweinepest, sodass ein Auslauf für Schweine auf den Wiesen nur unter sehr strengen Auflagen möglich ist (doppelter Zaun im Abstand von bis zu 1,5m). Deshalb befinden sich unsere Schweine ausschließlich im Stall mit einem befestigten Freiluft-Auslauf. Im Stall werden die Schweine in drei Gruppen gehalten. Sie haben einen mit Stroh eingestreuten Innenstallbereich zum Liegen und Schlafen, einen überdachten Außenklimabereich und einen befestigten, nicht überdachten Außenklimabereich, wo sie auch ihr Futter erhalten und auch Spielmöglichkeiten vorhanden sind. Gefüttert werden die Schweine mit eigenem Getreideschrot und zusätzlich mit Gras im Sommer und Grassilage im Winter.

Die Hühner

Wir haben vier Hühnerställe, die insgesamt ca. (800/800/800/400) 2800 Hühner beherbergen. Einer der Ställe ist ein feststehender, die drei anderen sind so genannte Mobilställe in verschiedenen Größen. Unter einem Mobilstall versteht man einen Stall, der mit Hilfe eines Traktors an eine andere Stelle gezogen werden kann. Alle drei Mobilställe werden von Frühjahr bis Herbst(ca. alle 10 Tage) über die Wiese verzogen, wohingegen ein Stall im Winter auf einer festen Bodenplatte steht und genauso wie die anderen beiden Ställe mit Stroh oder Hackschnitzeln eingestreut wird. Das Verziehen der Ställe ist meistens nur von März bis November möglich, da die Wiese aufgrund der feuchten Witterung durch das Verziehen der Ställe einen zu großen Schaden nehmen würde.
Einrichtung
Alle Ställe sind mit einer so genannten Volletage eingerichtet. Da Hühner auch sehr gerne als Mistkratzer bezeichnet werden, und es in der freien Natur eine so große Hühnerzahl wie diese nicht gibt, ist es aus hygienischen Gründen notwendig ein Kotband an der Stelle einzubauen, an der die Tiere sich am meisten aufhalten, dies ist auch die Stelle an der sie am meisten Koten. Dieses Kotband darf nicht von den Tieren zugänglich sein. Es wird von einem Motor angetrieben und wird wöchentlich geleert. Damit möglichst viel Kot auf das Kotband fällt wird den Hühnern sowohl das Futter als auch das Wasser auf der Volletage verabreicht. Die Volletage ist so gebaut,
dass ein Huhn möglichst naturnah seine Verhaltensweisen ausleben kann. Durch das Hüpfen und Flattern kann ein Huhn jede Stelle der Anlage problemlos erreichen. Sie ist sozusagen einem Baum nachempfunden, auf dem ein Huhn in der freien Natur nächtigt und auch dort von einem Ast zum anderen hüpfen oder fliegen muss. Auch hier nächtigen alle Hühner auf der Volletage.
Legenest
Ebenfalls in jedem Stall befinden sich Legenester. Diese sind so genannte Familiennester, d.h. viele Hühner können sich zusammen ein großes Nest teilen, wie es so auch ausgesprochen gerne angenommen wird. Auch hier hat man sich aus dem natürlichen Verhalten der Tiere einen dunklen und geschützten Ort zum Legen der Eier abgeschaut. Die Legeunterlage besteht aus weichen, verformbaren Noppen. Außerdem ist sie leicht schräg, so dass die Eier, nachdem sie gelegt wurden, auf ein Band abrollen können. Dieses Band kann per Hand oder motorisiert in Bewegung gesetzt werden und erleichtert somit das Einsammeln der Eier.
Wintergarten
Außerdem hat jeder Stall einen so genannten Wintergarten, der im Bio Verband "Demeter" vorgeschrieben ist. Er stellt eine Art "zweiten Stall" dar, in dem die Tiere, wenn es z.B. aufgrund der Witterungsverhältnisse (Regen, Sturm; Schnee oder Hitze) nicht möglich ist auf die Weide zu gehen, mit den Klimareizen in Kontakt kommen. Das heißt, die Wände des Wintergartens bestehen aus luftdurchlässigen Netzen/Drähten. Dies stärkt ihre Abwehrkräfte und bringt zusätzlich Entlastung und Ruhe durch mehr Platz. Im Wintergarten befinden sich zusätzlich Sandbäder, die es den Hühnern ermöglichen, sich das Gefieder zu säubern und kleine Steinchen, die bei der Verdauung helfen, aufzunehmen.
Futter
Die Tiere bekommen überwiegend aus dem eigenen Anbau folgendes Futter: Weizen, Erbsen, Triticale. Mais und ein zusätzliches Ergänzungsfutter (Protein-, Vitamin-, Kräutermischung), welches zugekauft werden muss, aber aus 100% -igem Bio-Anbau stammt. Das Getreide und das Ergänzungsfutter werden grob geschrotet und in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Es steht den Hühnern über das Futterband ständig zur Verfügung. Weizenkörner werden nachmittags auf dem Boden des Wintergartens und des Stalls verfüttert. Neben der täglichen Futteraufnahme von ca. 130g Getreideschrot, frisst das Huhn noch Gras und Kleinsttiere wie Insekten und Regenwürmer.
Hähne
Zu einer gut funktionierenden Hühnerherde gehören auch Hähne. Sie übernehmen für die Hühner die Wach -und Ordnungsfunktion. Meist führt ein Hahn eine Hennengruppe von 10- 50 Hühnern. Die Wichtigkeit der Hähne ist auch in den Richtlinien des Demeterverbandes festgehalten, der als einziger Bio-Verband vorschreibt, dass 1 Hahn auf 50 Hühner gehalten werden muss.

Auslauf
Im biologischen Landbau muss den Hühnern stets Weidegang zur Verfügung stehen (4 qm/ Huhn). Mit unseren Mobilställen können wir diese richtige und wichtige Richtlinie bestens erfüllen, in dem wir den Hühnern durch das Verziehen der Ställe immer neue Grünflächen anbieten können.Zusätzlich befinden sich die Ställe auch in der Mitte der Wiese, damit man mit den Ausläufen um den Hühnerstall wandern kann. Hühner sind von Natur aus Waldrandbewohner und für ihre ausgeprägte Scharrtätigkeit sehr bekannt. Aus Angst vor Greifvögeln und anderen Raubtieren nutzen sie offene Flächen nicht so gerne wie die Nähe eines sicheren Verstecks.Würde man den Hühnern die gesamte Auslauffläche um den Stall zur Verfügung stellen, würde er sehr stark direkt um den Stall herum genutzt werden. Wird hingegen der Auslauf portioniert, nutzen die Hühner den Auslauf in der gesamten Fläche besser und eine Regeneration der Fläche ist so besser möglich. Um einen noch naturnäheren Lebensraum für die Tiere zu schaffen, werden auf der Wiese noch weitere Bäume, Büsche oder Versteckmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Hühner sind nicht nur, wir häufig angenommen Körnerfresser, sondern sie suchen sich im Auslauf auch Insekten, Regenwürmer und Gras.

Veränderungen in der Legehennenhaltung im Demeter-Bereich
Hier erhalten Sie genauere Informationen zur Haltung der Zweinutzungsrasse "Les Bleues" als Legehennen auf dem Neuhof.

Die Masthähnchen

Unsere Masthähnchen der Rasse "Les Bleues" sind keine Hybriden, d.h. sie sind weiter züchtbar, ohne dass eine Aufspaltung in verschiedene Rassetypen geschieht. Die Leistungsmerkmale, also Legeleistung und Gewichtszunahme, sind bei diesen Rassen geringer als bei den Hybriden. Trotzdem sind die Leistungen auf diesem Gebiet zufriedenstellend bei gleichzeitig guter Gesundheit der Tiere. Im Unterschied zu den Hybridrassen, bei welchen entweder nur auf Fleischzunahme oder Legeleistung gezüchtet wird und die männlichen Eintagskücken bei den Legehybriden getötet werden, da sie zur Mast nicht geeignet sind, sind bei der Rasse Les Bleues beide Nutzungsrichtungen möglich. Seit Anfang 2011 haben wir mit der Haltung der Rasse begonnen. Kleinere Eiermengen unserer Legehennenherde werden in einer Brutmaschine ausgebrütet und die Eintagskücken groß gezogen. Seit Sommer 2013 haben wir einen großen Maststall (450 Tiere). Um diesen zu bestücken, beziehen wir die Eintagskücken von einem anderen Biobetrieb.
In den ersten Lebenswochen haben die Tiere neben dem Stall auch Zugang zu einem Wintergarten. Sind sie etwas größer, steht jedem Hähnchen 4qm Grünauslauf zur Verfügung. Die ersten 8 Wochen verbringen die Tiere im Aufzuchtsstall, in welchem dann durch eine Wärmelampe die notwendige Temperatur angepasst werden kann. Danach kommen die Hähnchen in den Maststall. Dieser ist mobil, d.h. er kann je nach Belieben und Bedarf mit dem Traktor verzogen werden, sodass die Tiere immer ein frisches Stück Grünauslauf mit angrenzendem Heckenschutz zur Verfüngung haben. Die Mastdauer einer Generation beträgt etwa 110 Tage (konventionell 40 Tage). Die Tiere werden dann auf dem Betrieb geschlachtet und vermarktet. Die Futtergrundlage besteht aus Getreide aus eigenem Anbau und einem zugekauften Eiweißergänzungsfutter. Alle Futtermittel sind aus biologischem Anbau.

Die Mastgänse

Seit 2011 werden auf dem Neuhof erstmals im größeren Stil auch Gänse gemästet. Etwa 100 Tiere weiden den Sommer und Herbst über auf den Wiesen des Hofes. Im Alter von zwei Wochen werden die Tiere von einem Naturland-Betrieb (Bayern) zugekauft und werden dann mit eigenem Futter auf dem Neuhof gemästet. Für die Gänse wurde extra eine kleine mobile Rundbogenhalle gekauft, die mit dem Traktor transportiert werden kann, so dass der Standort der Halle variabel ist und den Tieren jederzeit eine neue Weide zur Verfügung gestellt werden kann. Zum Schutz vor Fressfeinden werden die Gänse mit einem Stromzaun geschützt. Die Gänse haben immer Zugang zu frischem Grün und Wasser, hierfür gibt es zwei Lochtränken zur Frischwasseraufnahme, sowie drei in den Boden eingelassene Behälter zum Baden und Plantschen. Ein Teich für die Gänse ist in Planung. Gefüttert werden die Gänse den Sommer über hauptsächlich mit Gras, ein geringer Anteil an Hafer- Gerste-Schrot wird abends zugefüttert. Während der Endmast werden außerdem gekochte Kartoffeln gefüttert. Das gesamte Futter stammt aus eigenem Anbau.

Ackerbau

Der Ackerbau umfasst eine Fläche von 40 ha, auf der Getreide, Hackfrüchte und Feldfutter angebaut werden. In diesem Jahr (2012) wurden ca. 25 ha Getreide angebaut, davon waren 16 ha Wintergetreide (Roggen, Weizen+Erbsen, Triticale+Erbsen) und der Rest Sommergetreide (Hafer, Gerste+Erbsen bzw. Ackerbohnen). Der überwiegende Teil des Getreides wird als Tierfutter verwendet und ein kleiner Teil von Roggen und Weizen wird in der Backstube zu Brot und Brötchen verarbeitet.

Frisch eingesäter Acker.
Auf 15 ha der Ackerbaufläche wird Feldfutter, das heißt, Kleegras und Luzerne angebaut. Kleegras und Luzerne sind im Biobereich mit die wichtigste Grundlage zur Erhaltung der Ackerfruchtbarkeit, da sie zum einen dazu in der Lage sind Stickstoff aus der Luft zu sammeln und der Erde zuzuführen und somit der nachfolgenden Kultur zur Verfügung zu stellen und zum anderen das Bodenleben fördern, in dem sie den Boden tief durchwurzeln und dadurch lockern und sich durch die enorme Wurzelmasse Humus bildet. Damit eine positive und nachhaltige Wirkung von Kleegras und Luzerne erzielt werden kann, bleiben die Flächen mindestens zwei Jahre bestehen. Kleegras und Luzerne werden als frisches Futter oder in Form von Heu oder Silage an die Kuh- und Rinderherde und die Schweine verfüttert.

Auf einem Hektar werden Hackfrüchte wie Kartoffeln, Möhren und Rote Bete angebaut, die über den Hofladen und über den Markt verkauft werden.
Kleegras
Zwiebeln

Um den Boden lebendig zu halten gibt es eine Fruchtfolge, das heißt, es wird nie über mehrere Jahre hinweg (mit Ausnahme von Kleegras und Luzerne) die gleiche Kultur auf der selben Fläche angebaut. Wir wenden hier eine 7-jährige Fruchtfolge an, das heißt, dass alle 7 Jahre die gleiche Kultur wieder angebaut wird. Da jede Pflanze einen unterschiedlichen Anspruch an den Boden hat, gibt es hier keine feste Fruchtfolge sondern diese richtet sich danach ob ein Boden z.B. sehr sandig oder im Vergleich dazu sehr lehmig ist. Auf einem sehr lehmigen Boden würde dies bedeuten, dass nach dem Anbau von Luzerne oder Kleegras eine eher anspruchsvollere Kultur bezüglich des Nährstoffgehalts wie der Winterweizen angebaut wird. Im Wechsel folgen nun Sommerkulturen und Wintergetreide.
Da wir im Biobereich keine Kunstdünger einsetzen dürfen und wollen, kann die Düngung nur über Kleegras, Mist oder Jauche erfolgen. Da sich unsere Flächen in einer sehr niederschlagsarmen (450 Liter Regen pro Jahr) Gegend befinden, können wir nur eine begrenzte Anzahl an Tieren halten, wodurch es nicht möglich ist alle Flächen zu düngen. Zusätzlich werden die biologisch-dynamischen Präparate angewendet, die nicht als Düngung sondern als Unterstützung und Kräftigung des Pflanzenwachstums angesehen werden. Eine genauere Beschreibung und Informationen zu den Präparaten soll hier in kürze folgen. Alle Arbeiten im Bereich des Ackerbaus, bis auf das Dreschen des Getreides, werden von uns selber mit hofeignen Maschinen durchgeführt. Das Dreschen des Getreides erfolgt durch einen Lohnunternehmer.

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